Aktivlautsprecher

Nein, es ist keine Glaubensfrage. Wer sich lang genug mit der Frage beschäftigt, wie der Inhalt eines Tonträgers möglichst verlustarm in den Hörraum des Musikliebhabers transportiert werden kann, der wird aus rein sachlichen Gründen fordern, dass die Membranen eines Lautsprechers nicht nur “angeregt”, sondern vielmehr in irgendeiner Weise “kontrolliert” werden müssen. Nur so kann das immer vorhandene Eigenleben der Chassis minimiert werden, um die Musik ohne störende Artefakte zu transportieren.

In der Praxis gibt es verschiedene, auch unterschiedlich ambitionierte Ansätze, die Membranbewegung unter Kontrolle zu halten. In der Welt der Passivboxen gibt es aus Gründen der notwendigen Kompatibilität der Schnittstelle nur die Möglichkeit, dem Verstärker einen möglichst hohen Dämpfungsfaktor mitzugeben. Die verlustbehaftete und phasenverschiebende Frequenzweiche einer Passivbox steht aber einer engen Führung der Membran durch den Verstärker im Weg.

Konsequenterweise geht man in Aktivlautsprechern einen Schritt weiter und eliminiert die passive Frequenzweiche. Die Frequenzbereiche werden durch eine elektronische Frequenzweiche (analog oder digital implementiert) aufgeteilt und erst dann separat an mindestens eine Endstufe pro Frequenzbereich oder sogar eine Endstufe pro Chassis weitergegeben. Hierdurch ist es bei sorgfältiger Entwicklung möglich, eine hörbar sauberere Wiedergabe zu erreichen mit mehr Kontrolle im gesamten Übertragungsbereich. Steht eine elektronische Frequenzweiche zur Verfügung, ist es auch leichter, tonale Restfehler eines Lautsprechers zu bekämpfen. Häufig wird z.B. der Bassbereich mit Hilfe der elektronischen Frequenzweiche entzerrt oder es stehen komfortabel von außen bedienbare Filter zur Anpassung an Hörraum und Aufstellung zur Verfügung.

Im Zeitalter der digitalen Signalverarbeitung wird immer häufiger auch auf einen digitalen Signalprozessor (DSP) zurückgegriffen. Mit einem solchen lässt sich sowohl eine beinahe beliebige Frequenzweichencharakteristik darstellen, als auch eine Entzerrung des Lautsprechers in Amplitude UND Phase. Man hat somit ein wirksames Mittel, vielen der Fehler eines Lautsprechers entgegen zu wirken. Durch die seit einigen Jahren immer beliebter werdenden digitalen Raumakustikprozessoren lassen sich diese Korrekturmechanismen aber auch an zentraler Stelle und unter Einbeziehung der Eigenschaften des Hörraums realisieren, was für viele Anwender sehr interessant sein dürfte.

Will man auch die zeitvariablen Fehler des Lautsprechers (Änderung der Eigenschaften z.B. über die Lebensdauer oder Temperaturabhängigkeiten) bekämpfen, geht dies nur über eine sehr aufwändige Erfassung des Ist-Verhaltens jedes Lautsprecherchassis in Echtzeit. Über spezialisierte Sensoren wird jede noch so kleine Bewegung der Membran erfasst und mit Lichtgeschwindigkeit in einem geschlossenen Regelkreis so optimiert, dass die Membranbewegung zu jedem Zeitpunkt dem Sollsignal bestmöglich angenähert ist (siehe Silbersand und Schanks Audio).

Was bedeutet das nun für die Praxis? All diese Ansätze sorgen dafür, dass das Musikerlebnis deutlich lebendiger, ja live-artiger wahrgenommen wird, als es konventionelle Lautsprecher zu vermitteln wissen. Endlich steht nichts mehr zwischen dem Hörer und der Musik selbst. Ein Erlebnis, das bei den meisten zu einer völlig neuen und viel gelasseneren Betrachtung des Themas “High-Fidelity” führt. Der Fokus liegt nun ganz direkt auf der Musik, nicht mehr auf den Geräten. Zudem ist es unglaublich praktisch, die Lautsprecher mit wenigen Handgriffen optimal an die eigene Hörsituation anpassen zu können. Erfahrene Musikfreunde kennen die Situation, dass der eigentlich für gut befundene Lautsprecher in den eignen vier Wänden durch derart penetrante Fehler – z.B. Dröhnen, strenge Höhen, etc. – auffällt, dass das Hören einfach keinen Spaß macht. Mit den meisten Aktiven lässt sich diesen Problemen mit wenig Aufwand beikommen.

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Worte sind schön und gut. Sie eignen sich zur Vorab-Selektion und zur generellen Information. Nichts auf der Welt ersetzt aber das persönliche Erleben, denn erst dann werden Sie wissen, ob Sie das Gehörte auch berührt und in seinen Bann zieht.

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